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Enya's Geschichte

Enya ist ein erfreulich gesunder Hund. Hier ein kleiner Überblick über unsere Tierarztbesuche.

Kleine Blessuren.

 Enya ist eine sehr kooperative Patientin, wenn sie wirklich mal krank ist. Enya ist eine sehr kooperative Patientin, wenn sie wirklich mal krank ist.

Die erste gröbere Verletzung brachte uns dazu, unseren Motorradurlaub aprupt zu unterbrechen. Enya lahmte aus unerfindlichen Gründen und wir lernten mit ihr aus diesem Anlass Dr. Barbara Koller kennen - und schätzen. Enya hatte sich einen sogenannten "Schlierfhansl", einen harten Grassamen eingetreten. Konservativ behandelt - mit Zugsalbe und Verband - wanderte der Schlierfhansl durch die Pfote und lag nach einer Woche konsequentem, täglichem Verbandwechsel endlich im Verband. Enya war zu dem Zeitpunkt etwa ein Jahr alt.

Mit 5 Jahren hatte sie ein Missverständnis mit einem Hundefreund. Die Freundschaft wurde kurzzeitig am Futternapf unterbrochen und Enya hatte ein Cut an der Schulter. Auch diesmal reparierte Barbara die Blessur. Nur mit lokaler Betäubung wurde Enya eine feine Ziernaht verpasst. Enya ist eine sehr kooperative Patientin und liess sich mit einem schicken T-Shirt davon abhalten, die Wunde selber weiter zu versorgen.

Die Kralle.

Die ersten Lebensjahre von Enya waren in Vorstadtumgebung und zwangsläufig wurden täglich weite Strecken auf Asphalt zurückgelegt. Ein Kürzen der Krallen war nie notwendig. So passierte es, dass nach der Übersiedlung in ländlicheres Gebiet die Krallen unbeachtet zu lang wurden und dadurch in Kombination mit Renntraining eine Kapselverletzung an einer Zehe rechts vorne verursachten. Wer schon mal mit einer Kapselverletzung konfrontiert war, weiss, wie zäh so etwas ist. Mit Homöopathie und täglichem Fussbad in Sanikltee kurierten wir die Zehe geduldig aus und inzwischen ist Pediküre ein Fixpunkt in der Hundepflege.

Infektionen.

Als Enya etwa 6 Jahre alt war, zeigte sie plötzlich Schmerzen und hatte Fieber. Eine Tierärztin in der Nähe diagnostizierte Pyometra, was sich aber zwei Blutbefunde und einen Ultraschall später als Fehldiagnose herausstellte. Zu dem Zeitpunkt war aber eine exakte Diagnose nicht mehr möglich, vermutlich war es nur eine Vaginitis.

Zwei Zyklen später - an ähnlichem Zeitpunkt im Zyklus - wieder plötzliches Fieber und Schlaffheit, die sich aber sehr rasch mit einem Mix aus Antibiotikum und Homöopathie in den Griff bekommen liess. Bereits am nächsten Vormittag wollte Enya grinsend und wedelnd mit Spazieren gehen. Wieder Blutbild, wieder Ultraschall. Aus dem Blutbild kann eine geschwächte Immunabwehr abgeleitet werden. Der Ultraschall sämtlicher innerer Organe blieb ohne Befund. Nach einem Check auf die wichtigsten von Zecken übertragbaren Krankheiten, die alle negativ waren, gaben wir die Suche auf. Wir sind vorsichtig, wg. der geschwächten Immunabwehr, aber das war es dann auch schon wieder.

Was wir jetzt feststellen, ist, dass die Zyklen nicht nur kürzer werden, sondern es einen deutlich merkbaren Leistungsabfall nach der Läufigkeit gibt. Die Läufigkeit hormonell zu unterdrücken kommt für uns jedoch wg. der zu erwartenden Nebenwirkungen (Stimmungsveränderung, Pyometra, Gesäugetumore) nicht in Frage. Zu einer Kastration mit fast 8 Jahren können wir uns nicht entschliessen. Auch wenn unsere MedizinerInnen grünes Licht geben, raten uns befreundete IW-Züchterinnen davon ab.

blutbilder.zip

Wellness.

Mit 7,5 Jahren ist Enya kein junger Hund mehr. Es kann schon mal vorkommen, dass sie sich ungeschickt bewegt (vor allem im Schrittempo) und sich "verreisst". Deshalb ist es seit geraumer Zeit gute Gewohnheit geworden, dass sie bei Barbara eine osteopathische Behandlung "zum Einrenken" bekommt. Enya weiss schon, worum es geht und stellt sich in Behandlungsposition. Wenn auch der eine oder andere Griff ungemütlich ist, so weiss sie, dass es ihr nach der Behandlung wieder richtig gut geht. Verspannungen werden gelöst, verschobene Wirbel wieder richtig platziert und schon läuft Enya wieder wie ein junger Hund.

Wir sind überzeugt davon, dass diese Behandlung die Bewegungsfreude und auch die Beweglichkeit von Enya erhöht.

Was wir tun.

Wir halten unsere Hunde schlank (sind ja Windhunde und keine Molosser) und fit. Enya hat um die 50kg und wird täglich mit Spaziergängen, Joggingeinheiten oder Sprints bewegt und fit gehalten. Wenn wir doch einmal eine/n Tierarzt/ärztin brauchen, suchen wir uns diese sehr genau aus. Wir bestehen darauf, dass wir über Behandlungsschritte informiert werden und über Vor- und Nachteile entsprechend aufgeklärt werden. Ganz besonders schätzen wir Tierärzte, die nicht nur ihre Kompetenzen sondern auch ihre Grenzen kennen.

Endlich ein Befund!

 Rot unterlegt der Bereich der erweiterten Speiseröhre. Rot unterlegt der Bereich der erweiterten Speiseröhre.

27. November 08, Enya hustet morgens vor dem Aufstehen. Unsere erste Reaktion - Hustensaft. Am Vormittag geht es zum gewohnten Spaziergang und Enya trödelt diesmal nicht hinterher um im Trab wieder aufzuholen, sie geht, oder besser, sie stakst hinter uns her. Bemüht sich, bei uns zu bleiben, kommt aber nicht wirklich mit. Also drehe ich um, bringe sie zum Auto, während mein Mann mit den beiden anderen weiter läuft. Enya möchte ihnen nachlaufen und ich grüble am Weg zum Auto, ob Enya mich gerade wieder an der Nase herumführt.

Zuhause aber ist klar, Enya hat ein Problem. Sie atmet schwer und teilweise mit rasselndem Geräusch. Fiebermessen ergibt 38,5°C und eigentlich hab ich mit Fieber nicht gerechnet, da sie kalte Ohren und Pfoten hat. Sehr kalte Pfoten. Wir kündigen uns bei Dr. Koller an, ich frage noch, wie man eine kalte Lungenentzündung erkennen würde. Schwer, Abhören sei dringend notwendig und auch ein Herzproblem sei nicht auszuschliessen.

Das Abhören bringt keine absolute Sicherheit. Eigentlich wirkt Enya ganz agil, nur abgenommen hat sie in den letzten zwei Wochen ca. 1kg. Also werden wir in der Tierklinik Hollabrunn angemeldet, bei der Kardiologin Dr. Resch.

Sie stellt fest, dass Enya eigentlich ganz munter wirkt und findet beim äusserst gewissenhaften Ultraschall samt EKG nichts am Herzen. (Siehe Befund) Auch ein Abstecher zur Gebärmutter - Enya ist wieder in "der Phase nach der Läufigkeit" - bleibt ohne Befund. Wir entschliessen uns zu einem Lungenröntgen. Wenn es eine ganz frische Lungenentzündung sei, werde man nichts sehen - aber irgendwie sehe ich, dass Dr. Resch sich nicht zufrieden geben kann und ich bin es eigentlich auch nicht. Also ab in das Röntgenzimmer. Enya wird auf den Tisch gehieft, die Platte reicht für einen Irish gerade eben so mal aus, Enya muss noch zurechtgerückt werden, während wir hinter der Wand stehen und zusehen. Enya ist eine wirklich kooperative Patientin.

Nach einer Minute ungeduldigen wartens auf das Röntgenbild geht ein Ruck durch Fr. Dr. Resch. "Damit habe ich nicht gerechnet!" entfährt ihr. Und dann erklärt sie uns, was sie sieht: Die Speiseröhre von Enya ist zu gross! Megaoesophagitis in Medizinersprech. Und dann klärt sie uns darüber auf, dass dadurch Futterreste in der Speiseröhre verbleiben können, bevor sie in den Magen kommen. Die können dann durch sogenanntes Regurgitieren - also retour kommen - in die Atemwege und damit in die Lunge kommen und dort für Entzündungen sorgen. Lungenentzündungen. Bingo.

Enya bekommt also Antibiotika gegen Lungenentzündung mit und wir denken darüber nach, wie weit wir versuchen, dem MÖ auf die Spur zu kommen. Zu 80% ist er idiopathisch - sprich, man weiss nicht, woher es kommt. Bei den 20% in denen man die Ursache findet, gibt es mehrere. Hormonschwankungen, angeborene Missbildung, Nervenprobleme sind einige der möglichen Ursachen. Mary McBryde schreibt darüber nur in Zusammenhang mit Welpen, die ihrer Auffassung nach eingeschläfert werden müssten, wenn MÖ auftreten würde. Auf jeden Fall wird uns empfohlen, Enya erhöht zu füttern, was wir ohnehin immer schon gemacht haben.

Nächster Schritt ist ein Bluttest, ob Myasthenie vorliegt. Der Megaoesophagus könnte eine Auswirkung davon sein und auch vieles aus der bislang undurchschaubaren Vorgeschichte würde damit erklärbar sein. Weitere Info folgt, wenn wir neues erfahren.

Megaösophagus

DCM_enya.pdf

Myasthenia gravis - negativ.

 Befund negativ. Befund negativ.

Mit grosser Erleichterung lasen wir den Befund, dass Enya keine Myasthenia gravis hat. Den Megaoesophagus betrachten wir deshalb nun als ideopathisch - also ohne erkennbare Ursache.

Enya hat sich - wie jedesmal zuvor - wieder sehr rasch aus ihrem Tief erholt. Sie macht die Spaziergänge wieder komplett mit, galoppiert schon wieder kurze Strecken und hat ihren gewohnt lockeren Trab. Auch die Muskulatur baut wieder auf.

Wir haben Züchterinnen befragt, die Erfahrung mit älteren Irish Wolfhounds haben und aus diesem Mix an Rückmeldungen werden wir zu Beginn der nächsten Läufigkeit die Abwehrkraft stärkende Mittel geben. Was genau, haben wir uns noch nicht entschieden, wir haben ja auch noch Zeit.

Alles wieder bestens!

Wir haben eine ca. vierwöchige Vitaminkur (im Jänner 2009) hinter uns und Enya ist wieder fit, wie man es sich nur wünschen kann. Obwohl ich - ehrlich - nicht mehr damit gerechnet habe, begleitet sie mich inzwischen sogar wieder freudig auf meiner kleinen Joggingrunde. Sie hat auch wieder gut zugenommen (auf ca. 49kg) - nur der Altersstarrsinn wird immer grösser. Würde sie nicht regelmässig auf das Öffnen der Futtertonne oder der Brotlade reagieren, würde ich mir Sorgen wegen Enyas Gehör machen …

Pensionsantrag mit 8 Jahren

 Standphoto wenige Tage vor dem 8. Geburtstag Standphoto wenige Tage vor dem 8. Geburtstag

4 Wochen vor Enyas 8. Geburtstag entdecken wir einen Knubbel an ihrem rechten Hinterlauf. Wir behandeln konservativ mit Verband, Salbe, Homöopathie und Schonung auf eine Entzündung. Als nach zwei Wochen der Knubbel nicht kleiner wird, eine kleine Wunde an der Sohle sichtbar wird und Enya zu lahmen beginnt, vereinbaren wir einen Tierarzt-Termin. Die Tierärztin stellt zu unserer grossen Erleichterung fest, dass der Knubbel ein Überbein ist. Das Gelenk ist überlastet und hat sich mit Verkalkung geschützt. Dieser Schutz wird sich nicht mehr zurückbilden, eventuell sehr langsam weiter wachsen.

Die Narbe an der Sohle ist eine Verletzung der Achillessehnenplatte. Sie kann mit Wundsalbe behandelt werden, stellt aber nun eine "Sollbruchstelle" dar. Extreme Belastungen sind absolut zu vermeiden. Das bedeutet, keine "Pensionistenhasis" mehr. Nur mehr normale Spaziergänge.

Das Lahmen kommt aus dem rechten Hüftbereich. Altersbedingte Arthrose wird vermutet.

Es lässt sich nun nicht mehr abstreiten, Enya ist eine Seniorin. Eine rüstige Seniorin zwar, aber eben doch kein junger Hund mehr. Doch es wäre nicht Enya, wenn sie nicht auch diesen Lebensabschnitt mit Humor nehmen würde.

Das letzte Stück gemeinsamen Weges.

Im letzten halben Jahr begleitete Enya uns nur mehr sporadisch mit zu den Vormittagsspaziergängen mit den anderen beiden Hunden. Dafür bekam sie einen - ebenfalls fast immer einstündigen - extra Spaziergang im Ort, fallweise auch in Krems. Der Spaziergang war dann in ihrem persönlichen Tempo, manchesmal in flottem Trab, manchesmal nur im Trödelschritt. Eine Zeit lang machte Treppensteigen Schwierigkeiten, und zwar, bis sie "in die Treppe hineinfand". Hatte sie den Einstieg gefunden, ging sie wieder flüssig hoch. Den sanften Aufgang ohne Treppe durch den Garten verweigerte sie meist gekränkt, sie wollte die Treppe bezwingen.

Wir nahmen sie auch wieder zum Heurigen mit, bzw. gingen manchesmal "für Enya" zum Heurigen. Sie liebte das unter dem Tisch liegen und Menschen beobachten. Sie fand auch jedesmal wen, der sie angemessen bewunderte und streichelte. Weder Viola noch Lilly finden Heurigen oder andere Lokale prickelnd.

Obwohl Enya sich immer noch viel bewegte und auch gut frass, baute sie sichtbar ab. Nur der Bauch wurde nicht weniger. Eine Alterserscheinung? Jedenfalls schien Enya dadurch nicht beeinträchtigt. Sie war nach wie vor unser "Kasperl", brachte uns auch regelmässig mit ihren Ideen zum lachen und manchesmal mit ihrem Starrsinn zum verzweifeln.

Zwei Tage vor dem Tullamore Cup verweigerte sie das Fressen. Nicht ungewohnt in der Nachhitze, also kein Grund zur Sorge. Als wir die Sachen packten, lag sie in der Eingangstür und freute sich sichtlich auf die bevorstehende Reise. In Tschechien frass sie sogar wieder die gewohnte Ration. Erst vor der Heimreise verweigerte sie abermals. Und als sie am Montag nur mehr Dosenfutter und das in kleinster Menge akzeptierte, machte ich mir wirklich Sorgen. Ihre Nieren haben wohl den Dienst quittiert. Und dann ging alles sehr schnell. Enya blieb im Haus, Spaziergänge nur mehr in den Garten wenn zum lösen notwendig. Am Mittwoch telefonierte ich mit der Tierärztin, vereinbarte einen Haustermin für Freitag.

Die Diagnose: Nicht "nur" Nierenversagen, wohl auch Tumor(e) an inneren Organen. Wir verzichteten darauf, zu suchen, wo der/die Tumor(e) sitzt/sitzen, es hätte nichts daran ändern können, dass Enya uns verlassen würde. Sie durfte in mitten ihres Rudels auf ihrem Terrassenlieblingsplatz liegend einschlafen. Sie musste nie narkotisiert werden, nie operiert werden. Sie war selten krank und selbst den vor einem knappen Jahr diagnostizierten Megaoesophagus ignorierte sie. Bis zuletzt trank sie Wasser am liebsten aus am Boden stehenden Kübeln oder aus Regenwasserlacken, obwohl die Literatur behauptet, dass das ja gar nicht geht. Sie hinterlässt eine grosse Lücke und was vor kurzem noch zu den "lästigen Angewohnheiten" gehörte, fehlt uns jetzt so sehr.


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