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Endlich Rennen

Im dritten Anlauf haben wir es geschafft - Viola ist ein Rennhund und wird jetzt artgerecht gehalten.

Wir sind die Sieger

 Foto: www.cgdf.cz Foto: www.cgdf.cz

Mag auch der Eine oder Andere den Kopf schütteln, aber für uns ist Viola ein Siegerhund - auch wenn sie bisher nur ganz unten am Stockerl gestanden ist. Ihre Geschichte war bisher von Verletzungen geprägt - verschuldet durch falsche Haltung auf der einen Seite und einfach Pech auf der anderen. Gut erinnere ich mich noch an die weisen Sätze die mir erklärt haben, dass ja "jeder seinen ersten Hund ruiniert" und wo dann milde lächelnd zur Kenntnis genommen wurde, dass es auch bei Viola so war.

Was allerdings nur sehr wenig vorgekommen ist waren echte Hilfen und Ratschläge. Ein paar kluge, hundebezogene Helfer gibt es aber immer, und so konnten wir mit viel Einsatz und fachlicher Hilfe von den besten Ärzten und Reha-Spezialisten Viola wieder fit bekommen. Ein knappes Jahr nach der letzen Verletzung, einem Hock-Bruch, wurde Viola wieder gesund geschrieben - mit 3,5 Jahren. Im Profi-Rennsport wäre sie schon lange aussortiert worden, aber man kann vieles, muss aber nicht alles von den Profis lernen.

Ich habe mich entschlossen, es nochmal zu versuchen. Natürlich nur unter den besten Bedingungen, und so nahmen wir Kontakt mit der CGDF auf, die in Praskacka eine Sandbahn betreibt. Nach witterungsbedingten Verschiebungen haben wir uns am 4.4.2009 zum ersten Mal auf den Weg gemacht. Viola war begeistert und so waren wir danach im Wochenrhythmus unterwegs, um eine Rennlizenz für diese Bahn zu erwerben. Am 22.4. konnten wir den letzten Lizenzlauf absolvieren - was für ein Gefühl, nachdem wir schon 2007 ernsthaft rennen wollten.

Erstes Rennen - Grand Prix

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Am 2. Mai 09 war es so weit. Wieder 4 Stunden Anfahrt, pünktlich zum Tierarzt-Check, schnell noch ein Becher alk-freier Champus und los gehts. Viola wurde von mir für die Classic-Distanz (525 m) gemeldet. Ihre langen Beine und ihr Laufstil ist für lange Distanzen geeignet, im Sprint sind andere sicher schneller, aber bei 4 Kurven hat sie zumindest theoretische Chancen.

Violas Problem ist die Startbox. Wenn sie eingesetzt wird beginnt sie nach wenigen Sekunden zu toben und verpasst dadurch den Start. Gleich beim ersten Mal hatten wir das Pech, dass der Hase beim Anfahren hängen blieb. Viola musste fast eine Minute warten und war sehr unruhig. Als es endlich los ging kam sie verspätet aus der Box. Doch dann war alles klar - die beiden erfahrenen Rennhunde vor ihr gingen Seite an Seite in die erste Kurve, Viola immer hinten dran. Die 3zehntel Sekunden, die sie am Start verloren hatte, blieben ihr bis ins Ziel - völlig versandet von oben bis unten hat sie nicht aufgegeben - nur nach Kurve 2, also am Platz des Hasentodes, zögerte sie kurz - bisher war sie immer nur 300 m gelaufen und dort vorbei zu laufen war neu.

Fazit: Das Rennen an sich unaufregend, für Viola aber eine erste Lernerfahrung und für mich wie ein Sieg! So lange haben wir auf unser erstes Rennen warten müssen.

Red Mills Cup

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3 Wochen lang wurde weiter trainiert und gearbeitet. Rennen besteht ja hauptsächlich nicht aus der Arbeit auf der Rennbahn sondern aus den Tagen dazwischen. Wir haben einen Rhythmus aus Radfahren, Walks und Hand-Slips der in Kombination mit guter Ernährung (arme Schafe, aber irgendwer muss sie ja essen) den Hund fit und stabil halten soll.

Am 23.Mai 09 waren wir also wieder unterwegs. Die Laufeinteilung war die selbe wie beim ersten Rennen, dh. Viola konnte versuchen das erlebte umzusetzen. Das tat sie auch: der Start war bereits um 0,2 Sekunden besser, sie kam fast gleichzeitig mit den anderen aus der Box. Cayenn hatte einen guten Tag und konnte sich auf der ersten Geraden schon ein wenig absetzen - der schwarze Cato aber, übrigens ein ganz herzlicher, netter Rüde, war diesmal in Reichweite.

Cato ging knapp als erster in die Kurve eins, Viola war aussen und konnte am Ende Kurve zwei vorbei an Cato ziehen - allerdings nur kurz. Entweder schaltete der erfahrene Rüde einen Gang zu oder Viola hat kurz gezögert, sie war ja gerade wieder am Platz des Hasentods - auf jeden Fall holte sich Cato die zweite Position zurück und ging als erste in Kurve drei. Viola hat bis dahin aufgeholt und versuchte innen an ihm vorbeizukommen - doch die Erfahrung des Rüden liess das nicht zu, Cato ging unbeirrt seine Linie. 

Viola aber gab nicht auf, am Ausgang Kurve 4 versucht sie es erneut aussen. Es kommt zu einer leichten Berührung und Viola muss sich fangen - der Herr vor ihr hat immerhin 10 kg mehr in Betrieb - was bei Violas Renngewicht von 26 kg durchaus etwas ausmacht. Aber sie gibt wieder nicht auf, auf den letzten Metern bis zur Zielline kommt sie nochmals an ihn heran und geht mit einem Rückstand von nur 6 hunderstel Sekunden als 3. über die Linie. Was ihr wiederum egal war, denn bis zum Hasen, ihrem eigentlichen Ziel, war sie an ihm vorbei.

Was für ein schönes Rennen - echtes Racing unter fairen Kontrahenten. Viola hat ihre Geschwindigkeit und ihren Kampfgeist gezeigt - ein echter Rennhund eben.


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