Wurfplanung Greyhound
Wir planen einen Greyhound-Wurf im Frühjahr 2010
Unsere Pläne haben sich geändert, wir planen keinen Wurf mit Viola.
Viola wartet auf den FrühlingRecht bald stand im Raum, Viola zur Zucht einzusetzen. Wir kamen mit unseren Überlegungen und Planungen recht weit, sogar bis zur Auswahl des passenden Deckrüden. Und da es unsere Art ist die Dinge ständig zu hinterfragen, kamen wir auch darauf, was an dem angedachten Wurf nicht passt: die Hündin.
Viola war von Anfang an unser bester Greyhound der Welt und wird es auch immer bleiben. Aber für eine Zuchtentscheidung ist das zu wenig. Viola wurde auf Ausstellungen mehrfach ausgezeichnet und trägt 3 Championate - allerdings sind FCI-Showtitel zuchttechnisch fragwürdig wenn nicht sogar kontraindiziert (vgl. Dortmunder Appell). Die Showerfolge sprechen also auch nicht unbedingt für den Zuchteinsatz.
Im Renneinsatz zeigt Viola nach ihrer langen Verletzungsgeschichte ihre volle Leidenschaft. Da ist sie zu Hause, da gehört sie hin. Leider fehlt ihr allerdings hierfür der richtige Körperbau - Viola ist ein Kompromisshund, aber Greyhounds sollten das nicht sein - ohne Übertreibung zwar, aber auch ohne deutliche Schwächen.
Was bleibt ist ihre Eignung als Familienhund, ihr Wesen, ihr Eleganz und ihre Art, Menschen auf den zweiten Blick von ihr zu überzeugen. Mit Viola zu züchten wäre eine Entscheidung, einen Schlag einer Rasse zu vermehren die wir nicht wirklich brauchen. Wir brauchen die besten und schönsten Dinge im Leben nicht - aber das ist uns zu wenig Argument für einen Zuchteinsatz.
Hundehalter interessieren sich für den einzelnen Hund, Züchter für die Rasse.
Wer diesen Grundsatz verfolgt wird verstehen, dass Viola als Zuchthund eine persönliche Sache wäre. Für die Rasse wäre ein Zuchteinsatz mit ihr bedeutungslos - aber auch nicht schädlich - wie die Vermehrung von reinen Showtypen, die leider passiert.
Dr. Hellmuth Wachtel (ein durchaus umstrittener Publizist in Sachen Hundezucht) schreibt u.a. in der Ausgabe Wuff 07-8/09 folgendes:
Für die Hundezucht gilt, dass neben niedrigem Inzuchtniveau für gute Gene durch eine Leistungsselektion auch bei Nicht-Gebrauchsrassen gesorgt werden kann. Sie stellt eben zugleich auch eine wichtige Selektion auf Vitalität durch erhöhte genetische Vielfalt (die sogenannte Hererosis) dar.
Was anderes als die Rennbahn soll denn beim Greyhound das Leistungsselektionskriterium sein? Für Greyhounds ungeeignete Coursings so wie sie in Kontinentaleuropa gezogen werden sicher nicht. Und Leistungen in der Hundeschule kann ein Grey bringen, klar - aber wer so etwas will wird keinen Greyhound nehmen. Der Greyhound ist ein Hund mit sehr speziellen Ansprüchen an den Hundehalter - es besteht keine Notwendigkeit Greyhounds zu züchten, die jeder halten kann. Dazu gibt es ausreichend andere Rassen.
Für uns ist also die Leistungsfähigkeit auf der Rennbahn ein zuchtentscheidendes Kriterium geworden - Viola ist da durchschnittlich, ihre Abstammung und ihre Geschwister im Wesentlichen auch. Also auch ihre Performance spricht gegen einen Zuchteinsatz.
Oft wird über Verantwortung in der Hundezucht gesprochen. Wir finden, dass es zur Verantwortung gehört ständig zu lernen und sich zu entwickeln. So war es eine Entwicklung hin zu dieser Entscheidung und so ist es auch eine Entscheidung, die wir als Zuchtanfänger hoffentlich verantwortungsvoll getroffen haben: mit diesem Hund nicht zu züchten - mit unserem besten Greyhound der Welt.




