Impfen.
"Meine eigenen Haustiere werden als Welpen ein- oder zweimal geimpft und dann nie wieder, mit Ausnahme der Tollwut-Impfung, die alle drei Jahre gegeben wird, seit ein Drei-Jahres-Produkt erhältlich ist. Ich verfahre nach diesem Programm seit 1974, und es ist weder bei meinen Haustieren noch bei den Haustieren meiner Kinder und Enkel jemals eine Infektionskrankheit aufgetreten." (Professor Ron Schultz)Zwischen jährlicher 7fach-Impfung und totaler Verweigerung.
Im Grundvertrauen in Tierärzte haben wir unsere Katzen, als sie noch Wohnungskatzen waren, jährlich "geimpft", ohne genauer zu hinterfragen, was eigentlich geimpft wurde. Und auch unseren ersten Hund, Enya, brachten wir sehr rasch brav "wie es sich gehört" zum Impfen. Erst als uns auffiel, dass Enya nach den jährlichen Impfungen regelmässig "irgendwie lasch" wirkte, begann die Recherche. Komplett auf Impfen verzichten wollten und konnten wir nicht (Auslandsaufenthalte erfordern zumindest eine gültige Tollwutimpfung), also war guter und unabhängiger Rat gefragt.
Von da an war es nur mehr ein kurzer Weg bis zu Mo Peichls Buch "Hunde impfen mit Verstand". Der Vollständigkeit halber wurde das Buch "Katzen impfen mit Verstand" ebenfalls erworben, auch wenn die grundsätzliche Information zum Impfen überlappend und wiederholend ist. Die Lektüre der beiden Bücher gab uns die mentale "Rückendeckung", um nur mehr wirklich notwendige Impfungen verabreichen zu lassen.
Mo Peichl - HomepageDer goldene Mittelweg.
Was der richtige Weg für den eigenen Hund ist, muss jede/r für sich selbst entscheiden. Bei so manchen Impfungen haben die Hersteller dem "Druck von unten" nachgegeben, Tollwutimpfungen gibt es inzwischen mit einer Gültigkeit von 3-4 Jahren (Hunde 3, Katzen 4 Jahre) und auch bei anderen Präparaten gibt es inzwischen festgeschriebene mehrjährige Wirkdauer. Da es Untersuchungen gibt, die noch längere Wirkzeiträume bestätigen, ist es durchaus möglich, dass es in Zukunft Impfstoffe gibt, die für noch längere Zeiträume zugelassen werden.
Für Veranstaltungsbesuche und Auslandsreisen ist eine gültige Tollwutimpfung verpflichtend. Fallweise - vor allem in Osteuropa - sind auch noch andere Impfungen vorgeschrieben und auch die Zuchtvereine schreiben fallweise ebenfalls bestimmte Impfungen ausser der Tollwutimpfung vor. Hier muss man sich also entsprechend informieren und nach den passenden Impfstoffen suchen.
Leider gibt es immer noch TierärztInnen, an denen die Neuerungen der letzten Jahre spurlos vorübergegangen zu sein scheinen und die noch immer erklären, dass "alles jährlich geimpft werden müsse". Die TierhalterInnen sind also aufgefordert, sich selbst schlau zu machen und - in letzter Konsequenz - auch mal den/die Tierarzt/-ärztin zu wechseln.
eine Übersicht über nachgewiesenen ImpfschutzUnerwünschte Arzneimittelwirkungen - kurz: Nebenwirkungen
In oben erwähnten Büchern sind mögliche Nebenwirkungen aufgelistet. Wer aber weiss, wie schwierig es ist, unerwünschte Arzneimittelwirkungen (kurz: UAW) in der Humanmedizin bestätigt zu bekommen, kann ahnen, um wievieles schwieriger es ist, bei Tieren Nebenwirkungen als solche in Erfahrung zu bringen. Zynisch gesagt, wenn das Tier nicht mit der Nadel im Körper in der Praxis tot umfällt, kann es nach Ansicht mancher gar keine Nebenwirkung sein …
Impfschäden/MerkblattWann und wie impfen?
Für den individuellen Impfplan beraten Sie sich am besten mit einer/einem TA ihres Vertrauens, da der Impfplan immer an die persönlichen Lebensumstände angepasst werden muss.
Allgemein gilt jedoch:
- Ein/e verantwortungsvolle/r Tierarzt/-ärztin untersucht das zu impfende Tier gründlich - geimpft werden dürfen nur gesunde Tiere!
- Ein/e verantwortungsvolle/r Tierarzt/-ärztin ist gesprächsbereit und drückt Ihnen nicht "das was alle kriegen" auf's Auge.
- Weiters empfiehlt sich, nach Möglichkeit auf Mehrfachimpfungen zu verzichten(Inzwischen gibt es 7-fach-Impfungen), da die Mehrfachimpfungen nicht nur mehrfach belasten, sondern im Falle einer Reaktion nicht genau festgestellt werden kann, worauf reagiert wurde. Tollwutimpfung immer extra mit einigen Wochen Abstand impfen lassen.
- Lassen Sie nur impfen, wenn sie wissen, dass die kommenden Tage ohne aussergewöhnlichen Stress verlaufen werden. Keine Impfungen knapp vor Wettbewerben, Ausstellungsbesuchen oder Urlaub. Frisch geimpfte Tiere sind - nebenbei bemerkt - auch Ausscheider von abgeschwächten/toten Krankheitserregern. Bedenken Sie das, vorallem, wenn sie "noch kurzfristig vor der Ausstellung impfen lassen".
- Entwurmen Sie nie gleichzeitig mit dem Impfen. Erstens ist auch die Entwurmung immer auch eine Belastung für den Körper und zweitens kann Entwurmen die Wirksamkeit der Impfung beeinträchtigen.
