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DCM/DKM - Dilatative Kardiomyophatie

DCM ist mit grosser Wahrscheinlichkeit die erste Krankheit, mit der man konfrontiert wird, wenn man sich mit dem Irish Wolfhound befasst. Wer sich schon länger mit dieser Rasse befasst, kennt die Geschichten von den Hunden, die "einfach tot umgefallen sind", im schlimmsten Falle war es der eigene Hund.

Was tun?

In vielen Ländern hat sich deshalb eine verpflichtende Herzuntersuchung als Zuchtvoraussetzung durchgesetzt. Die Vorgaben variieren jedoch. Es gibt verschiedene Protokolle und verschiedene Zuchteinschränkungen. Relativ einig ist man sich darüber, dass diese Herzuntersuchung 2 Jahre gültig ist. Wer sich intensiver mit dieser Krankheit auseinander setzt (DCM ist auch bei anderen Rassen ein Thema. Z.B. bei Dobermann oder Neufundländer, um nur zwei zu nennen), stösst auch auf Programme, die bis zu 10 Punkte anführen, um die Krankheit nachhaltig zu bekämpfen. Die Herzuntersuchung ist dazu nur ein kleiner, ein erster Schritt. Schade, dass sich die zuständigen Verbände nicht auf weitere Massnahmen einigen konnten. So müssen sich Irish Wolfhound-Interessierte wohl noch länger mit diesem Thema auseinander setzen.

Herzkrankheiten sind nicht immer ererbt!

Ein positiver Herzbefund muss aber noch nicht zwangsläufig heissen, dass es eine ererbte Krankheit ist. Es gibt verschiedene Krankheiten, die "auf´s Herz" gehen können. Medikamente können ebenfalls das Herz schädigen. Dabei 100%-ige Gewissheit zu bekommen, ist - wie sehr oft in der Medizin - schwierig.

Medikamentöse Behandlung.

Man kann einen an DCM erkrankten Hund mit Medikamenten behandeln. So einen Hund dann allerdings als "gesund" zu bezeichnen, wie manche es durchaus machen, grenzt in unseren Augen an Zynismus. Die Behandlung ist sehr teuer und der so behandelte Hund sollte in seiner Bewegung gebremst werden.

Neueste Erkenntnisse.

Neuesten Untersuchungsergebnissen zu Folge ist ein dominantes Gen hauptsächlich für die DCM-Erkrankung zuständig. Weitere Gene beeinflussen, wie schnell und wie stark die Erkrankung auftritt. Das ist eine durchaus erfreuliche Nachricht, da dominante Gene zuchttechnisch einfacher in den Griff zu bekommen sind. Es reicht, Träger aus der Zucht auszuschliessen. Geschwister von Trägern müssen nicht betroffen sein. An einem Gentest wird gearbeitet. Wenn ein Gentest zur Verfügung steht, wird man betroffene Tiere schon im Welpenalter - idealerweise vor der Abgabe - erkennen können. Ein konsequenter Zuchtausschluss von DCM-Trägern könnte dieses Problem dann innerhalb sehr kurzer Zeit lösen.

Und bis dahin?

Bis dahin bleibt nur die DCM-Untersuchung mit Ultraschall und EKG, sinnvollerweise mit einem möglichst frischen Befund zum Deckzeitpunkt. Ist man bei der Hündin in einen engeren Zeitrahmen gezwungen, so kann man beim Rüden darauf achten, dass er nach Möglichkeit nicht ganz jung ist, wenn er in die Zucht geht. Selbstverständlich ist Alter nur ein Aspekt von vielen. Aber ein Hund, der fünf oder sechs Jahre alt ist, hat immerhin bewiesen, dass er so alt geworden ist. Auch Vorfahren, die ein hohes Alter erreichen oder erreicht haben, beweisen, dass sie eben so alt werden konnten. Ob dieses Alter mit oder ohne medikamentöser Unterstützung erreicht wurde - gehört wieder einmal in den Bereich Vertrauen und vertrauenswürdige Informationen …

Das Tückische.

Das Problem an DCM ist, dass sie oft erst in mittlerem Alter bemerkbar wird. Rüden können zu diesem Zeitpunkt schon eine Vielzahl von Nachwuchs produziert haben, aber auch Hündinnen können längst Nachwuchs haben. Nur fallweise werden positive Befunde veröffentlicht und dann kann man sehen, dass auch Hunde mit positivem DCM-Befund in die Zucht gegangen sind. Negative Befunde werden im Gegensatz dazu natürlich immer sehr gerne veröffentlicht. DCM haben immer nur die anderen …

Unser Weg.

Wir werden die Herzuntersuchung deshalb erst möglichst knapp vor dem geplanten Deckzeitpunkt durchführen lassen. Ausserdem halten wir uns am möglichst aktuellen Stand, wie es mit dem in der Entwicklung befindlichen Gen-Test weiter geht. Als Deckrüde wünschen wir uns einen Hund, der etwa fünf bis sechs Jahre alt ist. Natürlich ohne DCM-Befund und mit möglichst jungem Untersuchungsdatum.

2008-10-28

Neues zum Thema, Sommer 2009

Das Care & Share Project verlangt seit kurzem jährliche DCM-Untersuchung aller Hunde, um weiter auf der Züchterliste zu bleiben. Da diese Untersuchung für uns nach wie vor nur ein kleiner Teilaspekt ist, akzeptieren wir die Spielregeln und haben das Care & Share-Logo von unserer Homepage entfernt. Wir werden die Datenbank weiterhin mit den gesundheitlichen Informationen zu unseren Hunden "füttern". Vielleicht geht auch das Care & Share Project irgendwann mal weiter. Wir bemühen uns weiterhin um ältere Zuchthunde mit sehr aktuellem Herzbefund, da wir unsere gesundheitlichen Untersuchungen in Hinblick auf die Zucht machen und nicht, um Untersuchungsquoten zu erfüllen.

Die Zuchtzulassungsüberprüfung fordert zur Zeit (3. August 2009), dass die DCM-Untersuchung bereits zur Zuchtzulassungsüberprüfung mitgebracht werden muss, um die Zuchtzulassung erteilt zu bekommen. Unsere Ansicht ist, dass die Zuchtzulassungsüberprüfung (Zahnbefund, Hodenkontrolle & Wesenstest) unabhängig vom Deckzeitpunkt durchgeführt werden kann. Der DCM-Befund ist für uns nach wie vor möglichst nahe am Deckzeitpunkt zu erbringen, da er für uns zuchtrelevant ist und nicht Überprüfungskommissions-relevant. Wir warten weitere Informationen ab, bevor wir entscheiden, welche Zuchtzulassungsüberprüfung wir besuchen. Derzeit gilt in Österreich, wie in vielen anderen Ländern auch, ein DCM-Befund zwei Jahre lang. Wir gehen weiter und wünschen uns einen möglichst jungen DCM-Befund. Für die Zucht. Nicht für Zuchtzulassungsüberprüfungsveranstaltungen.

2009-08-03

Neues zum Thema, Sommer 2010

Wir schätzen es sehr, in Dr. Kosztolich einen Tierarzt gefunden zu haben, der sich ausschliesslich mit Kardiologie befasst und zu diesem Thema immer am neuesten Stand ist. Da sehr viele statt der üblichen DCM-Untersuchung alle zwei Jahre sogar jährlich untersuchen lassen, waren wir sehr überrascht, als Dr. Kosztolich meinte, er wolle Lilly erst mit 5 Jahren wieder sehen! Natürlich fragten wir da nach.

Inzwischen wisse man, dass es bestimmte Enzyme gibt, die im Blut nachgewiesen werden können, wenn DCM vorliegt. Sollten sich keine Verdachtsmomente (Kurzatmigkeit, Husten, etc.) zeigen, reiche es also, den jährlichen Check als Bluttest durchführen zu lassen. Dem entsprechend werden wir also zu Jahreswechsel diesen Bluttest machen lassen und - selbstverständlich - weiter darüber berichten. Diesen Test können wir übrigens über die Tierärztin vor Ort durchführen lassen, sie hat von Dr. Kosztolich die exakten Angaben übermittelt bekommen, worauf die Blutprobe untersucht werden muss.

2010-07-08

Neues zum Thema, Winter 2011/12

Wir haben die Blutuntersuchung wie geplant gemacht und waren vom Ergebnis irritiert. Das Labor hatte gerade die Referenzwerte „überarbeitet“ und die ganze Sache schien sehr vage. Also entschieden wir uns, den nächsten routinemässigen Herzschall abzuwarten, vorausgesetzt es gäbe keine unvorhergesehenen Bedenken.

Im Dezember 2011 war es also wieder so weit, Lilly hatte ihren Termin bei Dr. Kosztolich und wir waren gespannt auf das Ergebnis. Inzwischen gibt es ein nagelneues Ultraschallgerät mit welchem das Herz auf fünf verschiedene Varianten gecheckt werden kann. Stolz erklärte uns Dr. Kosztolich, dass es von diesen Geräten zur Zeit genau zwei in ganz Europa gibt, das zweite Gerät stünde in Linz für Humanmedizin zur Verfügung. Umso erfreulicher war es für uns, dass auch mit diesem hochmodernen Gerät alles an Lilly's Herz ohne besonderen Befund war!

Danach kamen wir auch auf die Enzymanalyse zu sprechen, von der er inzwischen und nach fünf Jahren Beobachtungszeit nicht mehr so überzeugt ist. Zu vage sei es und Ultraschall auf dem nun möglichen Niveau sei seiner Ansicht nach das Mittel der Wahl für die Vorsorgeuntersuchung und - wenn es notwendig sein sollte - auch für Monitoring von Medikation. Dieser Ansicht schliessen wir uns nach unseren bisherigen Erfahrungen mit Laborwerten allgemein gerne an. Sollten sich keine Verdachtsmomente zeigen will uns Dr. Kosztolich in zwei Jahren wieder sehen.

Vom DCM-Gentest habe ich noch immer nichts gehört, ausser, dass es wohl verdammt schwierig sei, da man eine ganze Reihe von Genen im Verdacht hat, die unterschiedlich schwer zum tragen kommen.

2011-12-14

Erste genetische Risikoprofile möglich - 2012

In der am 6. 7. 2012 veröffentlichten Pressemitteilung „Neue Erkenntnisse zur dilatativen Kardiomyopathie" ist zu lesen, dass es gelungen ist, Genorte zu identifizieren, die an der Entstehung von DCM beteiligt sind. Damit ist ein Risikoprofil erstellbar, welches eine Zuverlässigkeit von 70% hat.

Auf den ersten Blick mag das erfreulich klingen, wer sich aber mit Wahrscheinlichkeitsrechnung befasst hat, weiss, dass 70% Wahrscheinlichkeit weit entfernt von Sicherheiten ist. Die beginnen bei 95% Wahrscheinlichkeit. Gerade im Fall des Irish Wolfhounds, der ohnehin schon sehr ingezüchtet ist, besteht eher die Befürchtung, dass mithilfe dieses Gentests der Pool noch weiter eingeengt wird, bevor man bessere Vorhersagen treffen kann. Es gibt auch Wissenschafter, die Immunschwäche als eine mögliche Ursache für DCM nennen. Immunschwäche ist auch eine Folge von Inzucht. Die Katze beginnt sich spätestens an dieser Stelle für mich heftig in den eigenen Schwanz zu beissen …

2013-01-31
Pressemitteilung der tierärztlichen Hochschule Hannover

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