FCI oder Föderation?
Welche Bahnen, welcher Austragungsmodus ist für einen Greyhound das Richtige?
Die Unterschiede
Es gibt keine einheitliche Regelung wie ein Greyhound-Rennen durchgeführt wird. Neben den unterschiedlichen Bahnaufbauten (Rasen, Sand oder auch Mischformen) sind vor allem die Austragungsmodalitäten unterschiedlich. Da es in Österreich keine wirkliche ernsthafte Rennszene für Greyhounds gibt (nur sehr wenige Hunde, keine geeignete Bahn) muss man sich ohnehin in den Nachbarländern umsehen.
Es gibt in der FCI ein Rennregelment für Windhunderennen. Alle österreichischen Rennvereine sind diesem Verband und damit diesem Regelment unterworfen. Daneben gibt es aber auch Rennen in anderen Organisationen, zB. der World Greyhound Racing Federation oder der CGRC - der Continental Greyhound Racing Confederation. Der wesentliche Unterschied liegt im Rennregelment: während innerhalb der FCI mind. 2 Läufe an einem Tag durchgeführt werden müssen, sind in den Föderationen die Pausen zwischen den Läufen geregelt. Wenn also mehrere Läufe notwendig sind um den Sieger einer Veranstaltung zu ermitteln, so finden die Läufe verteilt auf mehrere Tage statt.
Weitere Unterschiede sind in den Details der Lizenzierung, der Boxenzuordnung, des Hasenzugs etc. zufinden. Allen Verbänden ist gemein, dass sie den Schutz der Hunde und strenge Dopingkontrollen ganz oben auf ihrer Agenda stehen haben.
Wir sind für Föderationsrennen
Es gilt also, für den Hund die richtige Entscheidung zu treffen innerhalb welchen Verbandes gelaufen werden soll. Der im deutschsprachigen Raum stärker vertretene ist die FCI, die Verbände mit mehr internationaler Verknüpfung und Profisport sind die Föderationen. Die FCI ist leider sehr ablehnend gegenüber allen anderen Verbänden eingestellt, wogegen bei manchen Federation-Rennen Lizenzen von vielen anderen Rennvereinigungen akzeptiert werden. Die CGDF wiederum ist da sehr streng und verlangt eine spezielle Lizenzierung für ihre Bahn.
Die meissten Verletzungen - und darum geht es im Wesentlichen, wenn man an die Hunde zuerst denkt -geschehen im 2. Lauf. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: sicher ist falsches Aufwärmen und Abgehen entscheidend wie auch ein grundsätzlich schlechter Trainingszustand oder auch schlicht und einfach eine Überforderung des Hundes - nicht nur körperlich.
In der Bibel (Care of the Racing & Retired Greyhound) steht auch ein interessanter Absatz zum Thema Muskelverletzungen ersten Grades:
One can believe that it would be extremly rare for a Greyhound to have two races, ore one trial and one race, without sustaining stage 1 muscle injuries.
Dh. es gilt allgemein als bekannt, dass Greyhounds aufgrund ihres bedingungslosen Laufstiles und der extremen Anstrengung so gut wie immer minimal verletzt sind nach einem Lauf. Warum das so ist mag diskutiert werden - die Konsequenz daraus bedeutet auf das Einlaufsystem zu setzen um den Hunden eine ausreichende Regenerationsphase von mind. 24 Stunden nach einem Lauf zu gönnen.
Ein für die Rasse geeignetes Regelment ist nur in der Föderation zu finden.
In unserer mittelbaren Entfernung stehen 2 Sandbahnen mit Föderationsrennen zur Verfügung:
- Rabapatona (H), 210 km entfernt - CFD bzw. FCI
- Prag (CZ), 260 km entfernt - CGDF
Auf der ungarischen Bahn finden die Läufe der tschechischen Federation statt. In Praskacka (bald Prag) laufen die Hunde des CGDF, jene tschechische Föderation, die direkt Mitglied in der World Greyhound Racing Federation ist.
Wetten
Viele in der FCI agierenden Hundebesitzer stören sich an der Wettmöglichkeit in der Föderation. Unterstellt wird, dass das Wetten die Hauptsache ist und die Hunde nur Mittel zum Zweck sind. Ausserdem ist "das Wetten bei uns verboten". Dazu gilt ganz klar festzustellen:
1. Das Wetten ist in Österreich nicht verboten, vielmehr kann man in jedem Wettcafe auf Hunderennen wetten. Lediglich die FCI verbietet wetten innerhalb der eigenen Organisation - aber die FCI ist ein privater Verein, nicht mehr.
2. Den Hunden ist es völlig egal, ob gewettet wird.
3. Es stimmt, dass das Business in der Profiwelt zu Missbrauch und Elend der Hunde führen kann und auch führt. Das ändert jedoch nichts daran, das ausschliesslich die Behandlung der Hunde entscheidend ist. Wenn es dem Hund gut geht, warum soll nicht gewettet werden? Wenn er schlecht behandelt wird hat er auch keinen Vorteil davon, dass nicht gewettet wird.
4. Ein Hund, der auch einen kaufmännischen Wert hat wird normalerweise sorgfältiger behandelt als ein "wertloser" Privathund. Immerhin will man sein Investment nicht unbedingt vorzeitig abschreiben.
Wir selber wetten nicht um Geld. Das eigentliche Problem sehen wir in der Spielsucht mancher Menschen und der hemmungslosen Gewinnsucht anderer. Wetten "verbieten" ist naiv und sinnlos. Nicht die Wetten quälen die Hunde, sondern Menschen.
Doping
Ja, es gibt Doping bei Hunderennen. Wie jedoch im Menschensport auch, ist das Problem nicht auf einige wenige Spitzensportler beschränkt. Die meissten Doper wird man wohl bei City-Marathons und Volkslangläufen finden.
Hunde durch Doping zu einem kurzfristigen Erfolg zu führen ist kurzfristig gedacht. Es schadet dem Hund gesundheitlich und dient nur dem menschlichem Ego.
Die Lösung: Einzelne Rennen abwerten, langfristige Ziele aufwerten. Unsere Greys laufen mit um die Punkte beim "Golden Greyhound". Das ist eine Wertung, die jährlich stattfindet und die Punkte über beide Distanzen (Sprint und Classic) berücksichtigt. Ganz besondere Hunde können sogar in einer 3jährigen Wertung bestehen.
Jahrelanges Doping wird nicht funktionieren, also hilft diese Art der Wertung bei der Vorbeugung.
